Eppan an der Weinstraße – Rudolf Niedermayr, Hof Gandberg

Gewürztraminer

Die Gemeinde Eppan liegt direkt an der Weinstraße, auf die über 80 Prozent der Gesamtfläche aller Südtiroler Weinberge entfallen. Wie viele Bewohner der Region können auch die Traminer auf eine über 1000-jährige Weinbautradition zurückblicken. Seit jeher leben seine Einwohner von und mit dem Wein, zunächst als Selbstversorger, später zusammengeschlossen in großen Genossenschaften, die den Vertrieb organisierten. So ließ der weltweite Siegeszug des inzwischen berühmten Gewürztraminers, einer Weißweinsorte mit rötlich gefärbten Beeren, nicht lang auf sich warten.

Billigfusel – Masse statt Klasse

Nicht immer jedoch war Südtirol für seine Qualitätsweine bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg herrschte eine enorme Nachfrage nach billig produzierten Weinen, das Anbaugebiet um den Kalterer See bekam den Stempel »Billigfusel«. Es gab kaum ein Gut, das sich dem Druck nicht beugte, wie auch Familie Niedermayr vom Hof Gandberg, die riesige Mengen an Billigwein produzierten, bis sie in den 1980er Jahren schließlich in eine Sackgasse gerieten, weil der europäische Markt plötzlich wieder nach hochwertigen Weinen verlangte. In der Konsequenz entschieden sich die Niedermayrs wie viele andere auch, ihre Mengen drastisch zu reduzieren – mit Erfolg: Heute produzieren die Südtiroler weniger Menge, dafür aber wieder hochwertige Sorten, die eine erstaunliche Anzahl preisgekrönter Weine hervorbringen.

Von Chemie zu Bio

Doch auf dem Gandhof wollte Familie Niedermayr mehr als einfach nur weniger produzieren, sie gehörten bald zu den ersten Bio-Weinbauern in Südtirol. Rudolf Niedermayr beschreibt die 1970er Jahre noch als Zeit besonders aggressiver Chemie aufgrund immer hartnäckigerer Pilzkrankheiten, denen die Weinbauern mit starken Pestiziden zu Leibe rücken wollten. Bald jedoch begann ein Umdenken und der sanfte Bio-Weinanbau hielt Einzug in der Region. Heute ist Schwefel, der ganz natürlich in jeder Zelle vorkommt, das wirksamste Mittel gegen gefürchtete Krankheiten wie Mehltau. Niedermayr setzt zudem auf die Selbstheilungskräfte der Reben und neue, resistente Sorten, die sich selbst gegen Mehltau schützen können und deshalb keine oder deutlich weniger Hilfe von außen benötigen. Damit fördern Bio-Weinbauern wie Rudolf Niedermayr eine sanfte, nachhaltige Landwirtschaft in Südtirol.

Weitere Informationen:  Rudolf Niedermayrs Hof Gandberg