Laas im oberen Etschtal – Karl Luggin, Apfelbauer

Das Etschtal – Europas Obstgarten

Mit 415 km ist die Etsch der längste Fluss Südtirols. Er erstreckt sich durch den Vinschgau, das Meraner Land und den Süden Südtirols bis nach Verona. Früher war das gesamte Etschtal versumpft und malariaversucht, bis der Fluss im 18. Jahrhundert begradigt und der Sumpf trocken gelegt wurde. Seitdem prägen Entwässerungsgraben das Landschaftsbild im Etschtal, das sich inzwischen in den größten Obstgarten Europas verwandelt hat: Jeder zehnte Apfel, den wir heute in Europa essen, stammt aus Südtirol.

Apfelanbau in Laas

Inzwischen baut jeder vierte Bauer in Südtirol Äpfel an. Einer von ihnen ist der Laaser Karl Luggin, der auf 30 Jahre Erfahrung im Anbau von Äpfeln zurückblicken kann. Sein Vater war wie die meisten Laaser noch Selbstversorger, baute Gemüse und Getreide an, doch dann erreichte die Apfelmanie auch Laas und die Luggins. Von Selbstversorgern entwickelten sich viele Bauern zu Unternehmern mit riesigen Apfelplantagen und einer vorherrschenden Sorte: dem Golden Delicious. Karl Luggin hat inzwischen genug von Monokultur und Eintönigkeit, er möchte Farbe ins Apfelgeschäft bringen. Von der Hauptapfelsorte Golden Delicious will er wegkommen und baut deshalb seit zwei Jahren „Weirouge“ an, eine Apfelsorte, die so sauer ist, dass sie als Tafelobst nicht viel Freude macht – als leuchtend roter Apfelsaft und Trockenobst inzwischen aber ein echter Renner ist. Luggin produziert im Bioanbau und hat gegen Schädlinge ein einfaches Mittel: Hühner und Unkraut. Ganz bewusst lässt er Gräser zwischen seinen Apfelbäumen wachsen, um eine sanfte Landwirtschaft zu fördern, wie sie für Mensch und Umwelt am gesündesten ist.

For more information please visit:   Karl Luggins Hof