Schnalstal – Reinhold Messner, Schloss und Selbstversorgerhof Juval

Schloss Juval im Schnalstal

Über 800 Schlösser und Burgen gibt es in ganz Südtirol. Eines der bekanntesten ist eine mittelalterliche Burg im romanischen Baustil: Schloss Juval im Schnalstal. 1983 kaufte der Extrembergsteiger Reinhold Messner das Schloss als Ruine, renovierte das beeindruckende Anwesen liebevoll, richtete ein Museum darin ein und machte es zu seinem ständigen Sommersitz. Auch den ehemals zum Schloss gehörenden Hof baute er wieder auf und verpachtet ihn seitdem an Bauern. Messners einzige Bedingung: Der Hof muss als Selbstversorgerhof geführt werden.

Selbstversorger – Wo Schweine noch Schweine sind

Früher wurde im Hof all das hergestellt, was die Schlossherren zum Leben brauchten, heute wird ein Großteil der Produkte an die vorbeikommenden Gäste verkauft, auf deren Tellern fast ausschließlich das landet, was der Bauer selbst produziert und behutsam veredelt. Messners aktueller Pächter, ein Schweinebauer, lässt seine Tiere ihren natürlichen Bedürfnissen folgend das ganze Jahr über im Freien leben, bevor sie geschlachtet werden.

Moderne Landwirtschaft

Reinhold Messner ist sich sicher, dass die Kulturlandschaft Südtirols nur durch die Arbeit der Bergbauern zu pflegen und zu erhalten sei. Die Bauern trügen maßgeblich zur Stärke und Attraktivität der Landschaft bei, die jedes Jahr sechs Millionen Touristen anlocke, das zehnfache der Südtiroler Bevölkerung. Vehement widerspricht Messner romantischen Theorien, die die Landwirtschaft gern auf Mittelalterniveau halten und beispielsweise moderne Zufahrtswege für die Bergbauern untersagen wollen. Völlig unberührte Natur sei heute auch in Südtirol nicht mehr möglich, da moderne Landwirtschaft Mobilität brauche – auch in den Bergen.

Weitere Informationen:  Schloss Juval